Mulchen gegen den Klimawandel

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Die Hitze war nicht nur für uns Gärtner unerträglich, auch für die Pflanzen. Im Gegensatz zu uns, können sie sich nicht einfach was zu trinken holen und  sich damit in den Schatten setzen.

Um die Gemüsepflanzen zu schützen habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal Stroh zum Mulchen eingesetzt. Das war auch bei den Tomaten, Gurken und Zwiebeln ein voller Erfolg. Auch Zucchini, Kürbis und Mangold waren damit sehr zufrieden. Eine Mulchschicht schützt nicht nur vor der Sonne, auch starke Regengüsse werden abgemildert , die Temperaturschwankungen werden abgemildert und der Wind kann den Boden nicht so schnell austrocknen. Die Beete halten lange die Feuchtigkeit und wenn man mit Perlschläuchen unterirdisch bewässert ist das umso besser.  Den Bodenlebewesen ist es auch recht, sie mögen es lieber frisch. Ein angenehmer Nebeneffekt ist die Unterdrückung von Beikräutern. Ein ganzes Jahr kein Jäten! Und das Beet sieht immer ordentlich aus.

Eine andere Methode ist das Lebendmulchen, also die Untersaaten wie Feldsalat und Spinat oder dem langlebigen Neuseeländer Spinat, der als Pflanze bestehen bleibt und nur beruft wird ähnlich einem Pflücksalat.

Schnecken waren in diesem Jahr ja wirklich nicht das Problem, ich habe schon den Verdacht, dass sie bei mir auf die rote Liste kommen, denn ich kaum welche gesehen. Die getiegerten Nacktschnecken sind  ja sowieso  unsere Freunde, nicht vergessen.

Welche Materialien eignen sich denn als Mulch? Der Klassiker ist ja das Stroh an Erdbeeren, aber das kann man bei alle Pflanzen verwenden, wenn sie denn groß genug sind. Wichtig ist, vorher etwas Hornspäne in den Boden einzuarbeiten und/oder gelegentlich mit Brennnesseljauche zu giessen, weil die Verrottung von Stroh Stickstoff benötigt.  Wenn es geht, sollte das Stroh auch BIO sein, also ohne den Einsatz von Chemikalien, denn diese könnten bei der Verrottung auf dem Beet ungünstig für das Bodenleben sein. Dünn aufgetragen ist auch Rasenschnitt ein guter Mulch und in den meisten Gärten im Überfluss vorhanden. Am besten läßt man das Gras vorher etwas anwelken, denn dickere Schichten verkleben leicht. Im Prinzip geht auch rausgerissenes Wildkraut. Liegen die Wurzeln im Freien, so vertrocknen sie eher, als dass sie wieder einwurzeln. Viele dieser Kräuter sind auch nährstoffreich. Samentragend sollten sie aber nicht sein, will man sie nicht bewußt vermehren. Einige Pflanzen haben auch bestimmte Vorlieben, so mögen Tomaten den Mulch von Beinwell, der sie mit Stickstoff und Kalium versorgt. Hier wird also auch gleich gedüngt beim Mulchen.

Unter Sträuchern kann auch das Herbstlaub liegen bleiben, was im Laufe des Winters meistens schon verrottet ist. Damit kommen wir auch schon zu der Frage, wann überhaupt gemulcht werden soll. Meiner Meinung nach immer, ausser im Frühjahr. Dann möchte man meistens, dass die Beete sich schnell erwärmen und man möchte seinen Kompost verteilen. Danach wird gesät, da stört der Mulch auch. Sind die Samen aufgegangen und die gewünschten von den ungewünschten zu unterscheiden, ist die Erde meist auch schon soweit  erwärmt, dass man mit dem Mulchen beginnen kann.  Zum Überwintern ist es auf jeden Fall eine gute Sache, schützt und nährt den Boden kostenlos. Ich hatte zum Überwintern auch die Beet mal mit strohhaltigem Pferdemist gemulcht. Das war für die Obstbäume und Himbeeren ok, aber die Gemüsebeete hatten das nicht so honoriert. Vor dem Mulchen muss der Boden auf jeden Fall gelockert werden, sonst sind die Bodenporen verstopft und die Mulchschicht bremst die Wasserverdunstung.

Auch Rasen kann gemulcht werden. Hierzu gibt es spezielle Mulchrasenmäher, die den abgeschnittenen Rasen zerkleinern und gleich wieder an Ort und Stelle ausspucken. Angeblich tuen das auch die Mähroboter, wo sollen sie auch sonst hin mit dem abgeschnittenen Gras. 

Also: der gute Vorsatz für das neue Jahr ist Mulchen ausprobieren. Am besten schonmal mit der Winterabdeckung üben. Wenn es nächstes Jahr allerdings wieder so viel regnet wir 2017 und wir eine Schneckenplage bekommen, dann wird das Mulchen schwierig. 

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