Laub kompostieren

Es ist wieder einmal Herbst und das Laub fällt von den Bäumen. Immer wieder sehe ich die Laubsäcke in den Koloniewegen stehen und frage mich, wo die ganzen Walnussbäume und Eichen denn stehen,  deren Laub man bekannterweise so schlecht kompostieren kann. In den meisten Gärten sehe ich nur Obstbäume, und dessen Laub muss wahrlich nicht in Tüten gepresst entsorgt werden. Zudem kosten die Säcke ja auch noch Geld! Wie unnötig, wenn man doch einen Garten hat, in dem man es gut verwerten kann. Warum meine Gartennachbarn es nicht tun ist mir ein Rätsel.

Einen Platz zum Kompostieren vorbereiten

Je mehr Bäume ihre Blätter lassen, desto mehr Platz brauchen  wir zum kompostieren. Je mehr Platz wir haben, desto weniger müssen wir in die Höhe stapeln  und uns um eine Umrandung kümmern, die den Haufen in Form hält. Zum Zusammenhalten eines Haufens kann man Hühnerdraht oder sonstige Baudrahtmatten benutzen, die viel Luft durchlassen. Es gibt auch grobmaschige Kompostsäcke zu kaufen, aber muss man sich die jetzt echt noch aus dem Internet bestellen?

Hat man einen mehrteiligen Kompostplatz, so kann man ein Abteil frei machen für das Herbstlaub, indem man den ältesten Kompost auf dem abgeernteten Gemüsebeet verteilt.

Im übrigen sind die Gemüsebeete selbst ein Platz, auf dem wir das Laub als schützende Mulchdecke verteilen können. Die wird vielleicht mit etwas Erde und Zweigen abgedeckt, sonst geht das Harken nach dem ersten Sturm gleich wieder los.

Das Laub auf dem Rasen

Erstmal liegt das meiste Laub auf dem Rasen. Hier kann man einfach nochmal mit dem Rasenmäher drübergehen und hat das Laub gleich schön zerkleinert. So kompostiert es am besten und am schnellsten und die Blätter pappen nicht so aneinander. Beim Zusammenharken kommt vielleicht noch ein bißchen Grass mit rein, das passt gut.

Laub auf den Beeten oder Wegen

Von den Wegen kann man es zunächst auf den Rasen harken und dann wie oben beschrieben verfahren. Auf den Blumenbeeten und unter Sträuchern lasse ich es einfach liegen. Nackte Erde gilt bei Biogärtnern ja sowieso als unanständig und man hat ja im Herbst auch schon genug zu tun. Die Natur ist darauf eingerichtet am Boden liegendes Laub zu verarbeiten, ganze Armeen von Kleinstlebewesen machen sich darüber her und verbessern so den Boden.

Den Laubhaufen für Igel und Co dürfen wir auch nicht vergessen. Für viele Tiere ist das überlebenswichtig. Am besten sucht man dazu eine windgeschützte Stelle oder deckt den Haufen mit Zweigen und etwas Erde ab, damit das Laub nicht auseinandergeweht wird.

Einen Laubkompost aufsetzen

Das Laub, das wir nicht mehr auf den Beeten verteilt bekommen, müssen wir dann doch im Komposter aufsetzen. Das Laub mit einem Rasenmäher und Häcksler zu zerkleinern ist immer gut. Die Laubsorten sollten gemischt aufgesetzt werden und zwischen den Laublagen sollten wir Rasenschnitt, Hornspäne und, wenn man hat, Mist geben. Laub ist sehr kohlenstoffreich, deshalb brauchen wir Grünschnitt oder Hornspäne für den Stickstoff. Auch übrig gebliebene Brennnesseljauche kann hier noch verwendet werden.

Kastanie, Eiche, Pappel, Walnuss und Platane sollten in einem eigenen Kompost landen. Sie enthalten viel Gerbsäure und brauchen um einiges längern zum Verrotten.

Wer den zukünftigen Kompost nicht gerade für Heidelbeeren reservieren will, streut etwas Kalk oder Gesteinsmehl dazwischen. Und natürlich etwas (halb-)reifer Kompost, damit die zuständigen Bakterien gleich vor Ort sind. Auch Kompostwürmer können im Laubkompost eingesetzt werden. Der Kompost muss immer gut feucht gehalten werden, denn einmal trocken gewordenes Laub nimmt die Feuchtigkeit schlecht wieder auf.

Laubkompost für Moorbeetpflanzen und Beerensträucher

Kalk und Gesteinsmehl bleiben außen vor. Am besten nimmt man das Laub von Eichen, Birken und Nadelgehölzen und hält diesen Kompost separat. Buchenlaub ist kalkhaltig und geht deshalb hier gar nicht.

Laub als Schicht im normalen Kompostvorgang

Liefert der Garten noch genug Material von Gehölzschnitt und vor allen Dingen Grünzeug von Ernterückständen, kann Laub auch als Schicht bis zu 20cm Dicke aufgesetzt werden.

Laubkompostierung in Plastiksäcken

Ich hab es noch nicht ausprobiert, aber so soll es funktionieren:
Laub in einen Plastiksack  füllen und zwischendrin etwas fertigen Kompost einstreuen. Ordentlich anfeuchten, verschliessen und ein paar Löcher einstechen.

Und wie machst Du das in Deinem Garten? Hast Du noch einen speziellen Tip oder eine Anmerkung? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

About the author

Betti

View all posts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.