Kräuselkrankheit an Pfirsich, Aprikosen und Nektarinen

Bei der Kräuselkrankheit handelt sich um eine Pilzerkrankung namens Taphrina deformans mit frühester Infektion. Behandeln muss man sie schon bevor der Schaden, die gekräuselten Blättern,  zu sehen sind.

Im März treibt der Pfirsich aus und steht im April in Blüte. Verzögern kann man die Blüte ein bischen, indem man den Boden länger bedeckt hält. Potentielle Infektionstermine der Kräuselkrankheit sind die Tage, an denen das Thermometer auf über 10 Grad ansteigt. Dann muss es aber auch gleich losgehen. Trockenes Wetter hält die Ausbreitung besser im Zaum als feucht-kaltes, weshalb der Schaden in den einzelnen Jahren unterschiedlich ist.

Welche biologischen „hAUSMITTEL“ gibt es?

Auf den Seiten des Bio-Gärtners sind verschiedenen Schutzmöglichkeiten genannt und erklärt. Es hat sich bewährt, 3 Spritzungen im Abstand von 2-3 Wochen durchzuführen. Hier in Kürze:

  • Austriebsspritzung beim Anschwellen der Knospen
    • 2% Algenkalk
    • 5% Brennesseljauche
    • Morgens spritzen, einmal wiederholen
  • Winterspritzung (Januar/Februar/März)
    • 2% Wasserglas
    • 3% Algenkalk
    • nicht bei Sonnenschein und nicht in die Blüte. Vorsichtig mit Augen, Gläsern und Brillen!
  • Ab Knospenschwellen bis Ende Mai:
    • Knoblauchtee 1:7 spritzen
  • Mit Schachtelhalmbrühe gießen (150-200g Kraut / 10 Liter Wasser, 24 Std ziehen lassen, 30 Min kochen – stinkt leider erbärmlich) . Kann auch 1:5 verdünnt vormittags bei Sonnenschein gespritzt werden.
  • Magermilch und Wasser zu gleichen Teilen spritzen, was auch bei anderen Pilzerkrankungen empfohlen wird.

 

Die Widerstandskraft der Pflanze stärken

Am besten wehrt sich die Pflanze selbst gegen die Plage. Gesunde Bäume sind widerstandfähiger, die Rinde und die Austriebe sind fester als bei schwachen Pflanzen. So haben wir das Jahr über Zeit um uns um die Gesundheit zu kümmern:

  • Fruchtmumien abnehmen und vernichten
  • Kranke Blätter und Triebe frühzeitig abnehmen
  • Baumscheibe mit Knoblauch, Zitronenmelisse und Kapuzinerkresse aber ohne Gras
  • nur mit Kompost düngen
  • nicht kalken
  • ganzjährig mulchen
  • Rinde pflegen durch Abbürsten und Stammanstriche

 

widerstandsfähige Sorten wählen

Der Bio-Gärtner hat unter dem oben stehenden Link eine ganze Reihe von Sortenempfehlungen gegeben. Gelbfleischige Sorten sollenbesonders empfindlich sein. Es hilft ja nichts, sich gegen die am Standort herrschenden Verhältnisse zu stämmen und Obst anzubauen, was hier so viele Probleme macht.

Pfirsichbäumen werden nicht so alt wie Apfel- und Birnenbäume. Nach 15 bis 20 Jahren vergreisen die Bäume und man kann sich schon nach einem Ersatz umsehen, den man aber an einem anderen Standort pflanzen sollte.

Ich habe in meinem Berliner Schrebergarten einen roten Weinbergpfirsich, der mit der Krankheit relativ gut zurecht kommt. Er bekommt im Winter immer eine Packung Stroh mit Pferdemist und im Sommer eine Kräuterbaumscheibe, anscheinend mag er das ja.  Trotzdem muss ich etliche gekräuselte Blätter abzupfen und auch mal eine Triebspitzen abschneiden.