Ein Ökogarten in Ubud (Bali)
Ein Ökogarten in Ubud (Bali)

Gärtnern auf Bali

Ich konnte diesen Sommer um 4 Wochen verlängern, allerdings bin ich dazu auch nach Bali geflogen. Ich weiss, dass das umwelttechnisch nicht so toll ist, deswegen fliege ich auch nur sehr selten und dafür länger. Das macht sich auf Bali gut, weil es billiger ist als hier zu leben und sich der Flug so mehr lohnt. Ich wäre auch gerne noch länger geblieben ….

Kleingärten habe ich da nicht gesehen und von einer Ökobewegung, die es laut Internet auch gibt, sieht man im allgemeinen als Reisende nicht so viel. In der Gegend von Ubud findet man schon einige Ökogärten und kleine Bio-Veggie-Warungs (=kleine Restaurants), aber das ist auch nicht verwunderlich: Ubud ist für Denpassar, Balis Hauptstadt, das gleiche, was Kreuzkölln für Berlin ist. Jung, hip, öko und dazu etwas Kunst und Yoga. Aber Ubud liegt auch schon am Rande der Stadt und grenzt an die wünderschönen Reisfelder, in Gegensatz zu Neukölln.

Ein hippes Warung in Ubud (Bali)
Ein hippes Warung in Ubud (Bali)

Abgesehen von der tropischen Schönheit und Fülle, die wir hier nur annährend in einem gut geführten Waldgarten  mit Permakultur erreichen, ist die Verbundenheit der Menschen mit der Religion und der Spiritualität herausragend auf Bali. Das merkt man auch in der ganzen Stimmung und der Art der Menschen miteinander umzugehen. Und in jedem Reisfeld oder Garten ist ein kleiner Tempel für die Götter, auf dem die Gärtnerin Opfergaben niederlegt. Die Götter sind dem entsprechend auch meistens gut gelaunt.

Die überwiegende Teil der Häuser ist einstöckig und wenn nicht ein kleiner Laden dran ist, sind sie kaum größer als eine Charlottenburger Laube. Die Gärten haben Rasen oder eine Art Wegerich, der sehr flach bleibt und je nach Grundstücksgröße ein paar Bonsai Bäume und mindestens einen Frangipani Busch, denn die Blüten dieses Großstrauches sind das Wahrzeichen der Insel – keine Opfergabe geht ohne sie. Ist genug Platz da, stehen auch Mangobäume oder/oder Bananen drin und alle möglichen anderen exotischen Früchte.

Die Gärten der kleinen Pensionen, in denen wir übernachtet haben, waren natürlich immer top gepflegt. Die Balinesen sind selektiv ordentlich. Zuhause alles toll geharkt und in der nächsten Ecke wird der Müll verbrannt. Das fand ich wirklich schade, das Bewußtsein für einen umweltschonenden Umgang mit Müll fehlt ganz und gar.

Selbstversorgergarten auf Bali

Gärten für die Selbstversorgung sind auf Bali schon etwas größer, die Üppigkeit braucht eben auch mehr Platz. Gesehen habe ich diese Gärten dann auch eher auf dem Lande. Garten hinter dem Haus, wie bei uns in der Uckermark, gibt es auch, aber im Laufe der Zeit wird immer noch ein Häuschen für eine neu gegründete Familie hinter das eigene gebaut, was dann aussieht wie Hinterhöfe im Wedding nur eben im Laubenformat. Dann kann die eigene Parzelle schonmal am Dorfrand liegen, aber dient dann eben nur der Selbstversorgung mit Süßkartoffeln, Bananen, Kokosnüssen, Mangos und sonstigen Exotika. Hühner laufen generell frei herum, ausser an Hauptstrassen und Kühe gegen in kleinen Trupps ohne Aufsicht am Strand spazieren.

Alles in allem war es ein Rausch von Üppigkeit und Fülle, grün soweit das Auge sehen konnte und immer leckeres Essen und viel frisches Obst. Als ich zurück kam, wollte ich gleich Zimmerpflanzen kaufen gehen. Heute habe ich vorgezogenen Salat zum Mangold ins Gewächshaus ausgepflanzt und war froh, ein bißchen Grünzeug zu sehen, während der Regen aufs Dach prasselte. Bald ist ja wieder Frühling. Und so ein Leben in Deutschland ist doch etwas abwechslungsreicher als am Äquator, wo man keine Jahreszeiten kennt. Es hat eben alles seine Vorteile

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere